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  4. Vernetztes Auto: Welche Daten werden gesammelt?

Vernetztes Auto: Welche Daten werden gesammelt?

  • Infotainment und Konnektivität
  • Erstellung: 21 Oktober 2026
Ihr Auto fährt Sie nicht mehr nur ans Ziel; jedes Detail - vom Bremsverhalten bis zu Ihrem endgültigen Ziel - wird an Versicherungen und Werbetreibende gemeldet.
Ihr Auto fährt Sie nicht mehr nur ans Ziel; jedes Detail - vom Bremsverhalten bis zu Ihrem endgültigen Ziel - wird an Versicherungen und Werbetreibende gemeldet.

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Vernetzte Autos sammeln ein sehr breites Spektrum an Daten, darunter dein Standortverlauf, deine Beschleunigungs- und Bremsgewohnheiten, deine Sprachbefehle, deine Kontaktliste und deine letzten Zielorte. Diese Daten können für harmlose Zwecke wie die Verbesserung der Navigation, die Personalisierung des Systems oder den Betrieb von Notdiensten verwendet werden, aber auch weitergegeben werden, um Versicherungsprämien zu beeinflussen und gezielte Werbung zu speisen. Kurz gesagt: Dein Auto ist längst nicht mehr nur Räder und Motor, sondern ein Computer, der Daten erzeugt.

Die wichtigsten Punkte

  • Ein vernetztes Fahrzeug kann pro Jahr über 300 TB Daten erzeugen
  • Moderne Autos zeichnen hunderte Verhaltensmesswerte wie Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren auf hunderte Verhaltensmesswerte auf
  • Fahrverhaltensdaten können mit Versicherungen geteilt werden und deine Prämien beeinflussen
  • Hersteller räumen über Online-Datenschutzformulare das Recht ein, Daten löschen und die Weitergabe stoppen zu lassen
  • Der Markt für OTA-Updates wird bis 2033 voraussichtlich 17,10 Milliarden US-Dollar erreichen

Hört mein Auto mir zu und welche Daten sammelt es?

Ich will ehrlich zu dir sein: Ja, höchstwahrscheinlich tut es das. Nahezu alle Fahrzeuge, die in den letzten fünf Jahren produziert wurden, zeichnen dein Fahren auf. Beschleunigungsintensität, Bremskraft, Kurvengeschwindigkeit... Das sind nur ein paar Beispiele; tatsächlich werden im Hintergrund hunderte Verhaltensmesswerte gesammelt. Stell dir das mal vor: Du fährst nur zur Arbeit, aber dein Auto notiert jede abrupte Bremsung an jeder roten Ampel, jede nächtliche Fahrt um 2 Uhr und sogar, auf wie viele Grad du die Klimaanlage gestellt hast.

In den Datenschutzrichtlinien stechen im Allgemeinen fünf Kategorien hervor: Diagnosedaten, also der Gesundheitsbericht des Fahrzeugs; Standortdaten; Nutzungsdaten bis hin zur App-Nutzung; Fahrverhaltensdaten, die bis hin zu Bremsen und Beschleunigen reichen; und Interaktionen im Innenraum, also deine Sprachbefehle und Mediengewohnheiten. Auch dein präziser GPS-Standort und deine Reisehistorie sind Teil dieses Pakets. Und dann hast du noch deine VIN -Nummer, also den Fingerabdruck deines Autos. Wenn alles zusammenkommt, entsteht ein Fahrprofil, das dich identifiziert.

Jetzt die gute Nachricht: Nicht all diese Daten werden für böse Zwecke gesammelt. Aber zu wissen, wohin die Daten gehen, ist genauso wichtig wie zu wissen, welche Taste du gedrückt hast. Machen wir also weiter.

Wofür werden diese Daten tatsächlich verwendet?

Der harmloseste Nutzer: die Navigation. Vernetzte Navigationssysteme senden und empfangen Daten von außen und unterstützen dich mit Verkehrsinformationen und Routenführung. Das System, das dich über Staus informiert, speist sich aus den anonymisierten Standortdaten von Millionen von Fahrern. Dieselben Daten dienen auch Sicherheitsarbeiten wie Notdiensten, Kartierung und Kollisionsanalyse. Die Datenweitergabe hat also wirklich eine lebensrettende Seite; das zu leugnen wäre naiv.

Die zweite Ebene: Personalisierung und Wartung. Diagnosedaten werden für Qualitätssicherung, Forschung, Rückrufverfolgung und Servicearbeiten verwendet und können auch an Händler und Reparaturunternehmen weitergegeben werden. Dank deiner täglichen Fahr- und Wartungsgewohnheiten kann dein Auto dir sagen: "Wir laden dich zur Werkstatt ein", bevor es kaputtgeht. Schön, oder? Wie wäre es, wenn wir zur dritten Ebene übergehen würden?

Und jetzt kommt der Teil, der einem die Haare zu Berge stehen lässt: Marketing und Versicherungen. Nutzungsdaten können in der Werbung verarbeitet werden; in Kombination mit Standortdaten entsteht ein Package, das für gezielte Werbung Gold wert ist. Noch schlimmer: Fahrverhaltensdaten können mit Versicherungsgesellschaften geteilt werden und deine Prämien direkt beeinflussen. Vom Kilometerstand über Brems- und Beschleunigungsstatistiken bis hin zur Frage, zu welcher Uhrzeit du das Fahrzeug nutzt - alles fließt in diese Bewertung ein. Das Fahrprofil einer Person, die in der Nachtschicht arbeitet, sieht anders aus als das einer Person, die tagsüber ins Büro fährt, und dieser Unterschied kann sich direkt in deinem Geldbeutel bemerkbar machen.

Und noch ein Detail, das wir nicht übersehen dürfen: Laut den Datenschutzrichtlinien können all diese Daten auch mit Strafverfolgungsbehörden geteilt werden.

Wie viel davon sammeln Sprachbefehle, CarPlay und Android Auto?

Aracınız saniyede 25 kez hızınızı kaydediyor; telefonunuzu bağladığınızda ise kabul ettiğiniz onay kutusunun ardını çoğu zaman bilmiyorsunuz.

Interaktionen im Innenraum verdienen sich mehr als einen eigenen Abschnitt. Wenn du per Sprachbefehl fragst "Wo ist der nächste Coffee Shop?", geht dieser Befehl zur Verarbeitung an das System; Sprachassistenten analysieren deine Stimme, um dich zu verstehen. Auch deine Mediengewohnheiten, die Playlists, die du hörst, deine Sitz- und Klimaeinstellungen werden in den Speicher des Systems geschrieben. In einer akademischen Messung wurde festgestellt, dass bei einem auf Android Automotive basierenden System die Fahrzeuggeschwindigkeit etwa 25-mal pro Sekunde abgetastet und gesammelt wurde; auch Modellinformationen sowie Klima- und Sitzdaten kamen auf die Liste. 25 Messungen pro Sekunde! Wenn man darüber nachdenkt, ist das wirklich beeindruckend und etwas unheimlich.

Und was passiert, wenn du dein Smartphone verbindest? CarPlay und Android Auto funktionieren ähnlich: Sie übertragen das Erlebnis deines Smartphones auf den Fahrzeugbildschirm, aber diese Verbindung kann eine Einwilligung zur Datenweitergabe erfordern; in manchen Fahrzeugen kann die Zustimmung zur Erfassung von Geschwindigkeits-, Kilometer- und Standortdaten eine Voraussetzung für die Herstellung der Verbindung sein. In Nutzerforen wird dazu viel diskutiert, denn wer das Kontrollkästchen schnell anhakt, weiß nicht genau, was er akzeptiert.

Dann gibt es noch die dauerhafte Wirkung der Smartphone-Kopplung: Das System kann deine Kontaktliste, deine letzten Anrufe, Nachrichtenvorschauen, deine letzten Ziele und App-Daten kopieren und speichern. Vergiss nicht, dass dieser Speicher beim Verkauf oder der Vermietung deines Autos mitgeht. Das ist ungefähr so, als würde man sein altes Smartphone ohne Werksreset verkaufen - das möchte niemand.

Werden Daten wirklich verkauft? Die Gerichtsverfahren, die darauf zurückgehen

Die Antwort auf diese Frage ist längst nicht mehr hypothetisch; wenn wir uns die Gerichtsakten ansehen, wird das Ausmaß der Sache deutlich. Im Januar 2025 einigte sich GM mit der Verbraucherschutzbehörde FTC, weil das Unternehmen über das Smart Driver Programm Fahrdaten von Kunden ohne Erlaubnis gesammelt und verkauft hatte. Gemäß der Vereinbarung wurde GM fünf Jahre lang verboten, Fahrerdaten an Verbrauchermeldeorganisationen zu verkaufen, und das Unternehmen wurde aufgefordert, eine aktuelle Liste der Drittanbieter, an die es Daten weitergibt, zu veröffentlichen.

Zur gleichen Zeit klagte die Generalstaatsanwaltschaft von Texas gegen den Versicherungsgiganten Allstate und dessen Tochterunternehmen Arity, die etwa 45 Millionen Es wurde Klage erhoben mit der Behauptung, der Amerikaner habe Fahrdaten über in Smartphone-Apps eingebettete Software gesammelt und verkauft. Das heißt: Deine Daten können nicht nur aus deinem Auto sickern, sondern auch aus den Kraftstoff- und Familienfinder-Apps auf deinem Telefon.

Ein weiteres Glied in der Datenkette sind die Datenanbieter der Versicherungsbranche. Laut einem Bericht aus dem Jahr 2023 haben Produkte eines dieser Unternehmen 86 % der neuen Kfz-Versicherungspolicen in den USA genutzt; dass der Umsatz drei Milliarden Dollar übersteigt, zeigt das Ausmaß der Sache. Während also über den Fahrscore getratscht wird, dreht sich ein echter Markt. Eine im September 2026 veröffentlichte Studie hat aufgezeigt, dass Fahrzeuge Standort, VIN und andere Identifikatoren an große Technologieunternehmen senden. Die Daten gehen nicht nur an den Versicherer; auch Tech-Giganten finden ihren Platz am Tisch.

Angesichts dieser Lage beschleunigt sich auch die Regulierung: Angeführt von Kalifornien haben 16 Bundesstaaten Gesetze erlassen, die ein Recht auf Widerruf der Datenerfassung einräumen; in drei weiteren Bundesstaaten treten Gesetze 2026 in Kraft. Kalifornien, North Carolina und Rhode Island gehören zu den wenigen Bundesstaaten, die die Verwendung von Fahrerdaten zur Prämienanhebung weitgehend verbieten. Aber aus der Branche gibt es auch eine wichtige Warnung: Vertreter der Datenindustrie haben offiziell mitgeteilt, dass Verhaltensdaten trotz des Verbots gegen einen einzelnen Hersteller weiterhin auf dem Markt verwendet werden und weiterhin die Prämien beeinflussen werden. Das heißt: Selbst wenn sich der rechtliche Rahmen entwickelt, ist dieser Kampf noch nicht vorbei.

OTA-Updates und der Zusammenhang mit der Datenerfassung

OTA, also das kabellose Software-Update, ist die Superkraft des vernetzten Autos. Wie die App auf deinem Telefon kann auch dein Auto aus der Ferne neue Funktionen erhalten; sogar Sicherheitsrückrufe lassen sich mittlerweile ohne Kabelanschluss per Softwarepaket lösen. Manche Fahrzeuge lassen sich so einstellen, dass sie automatisch aktualisiert werden. Es wird erwartet, dass die Marktgröße von 5,61 Milliarden Dollar im Jahr 2026 auf 17,10 Milliarden Dollar im Jahr 2033 steigt - mit einem jährlichen Wachstum von rund 17,2 %. Diese Zahlen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass künftig jedes Auto mit dem Internet verbunden sein wird.

Aber die Kehrseite der Medaille liegt hier: Die OTA-Fähigkeiten stärken auch die Echtzeitdiagnose und die Datenerfassung. Da das Fahrzeug ständig mit der Cloud in Verbindung steht, kann es auch kontinuierlich die gesammelten Daten senden. Experten aus der Branche betonen, dass jedes OTA-Update ein eigenes Risiko wie ein Produktlaunch birgt und Cloud-Dienste sowie fahrzeuginterne Netzwerke beeinträchtigen kann. Updates zu erhalten ist schön; aber man sollte auch fragen, was jedes Update im Hintergrund meldet.

Wie kann ich die Datenfreigabe deaktivieren? (Schritt-für-Schritt-Anleitung)

Gute Nachricht: Du kannst mehr tun, als du denkst. Schlechte Nachricht: Es gibt keinen einzelnen "Aus"-Knopf, du musst ein bisschen suchen. Es gibt drei Arten von Anfragen, die du über die Datenschutzseiten des Herstellers stellen kannst:

  • Einschränkung der Verwendung sensibler persönlicher Informationen - für Führerscheinnummer, sensible Geolokalisierung und biometrische Daten
  • Widerruf (Opt-Out) - Verkauf und Weitergabe an Dritte stoppen
  • Recht auf Löschung - dauerhafte Löschung deiner Daten beim Hersteller und bei Dienstleistern

In der Praxis hast du drei Möglichkeiten. Erstens die Online-Datenschutzformulare der Hersteller; fast alle großen Marken bieten eine Antragsseite an. Zweitens die gekoppelten Smartphone-Apps: Bei Toyota und Lexus kannst du über das Profil-Symbol und dann über Account das Data Privacy Portal erreichen; in der Pannenhilfe-App von Mitsubishi kannst du die Fahrtenaufzeichnung (Trip Recording) deaktivieren. Drittens das eigene Menü des Fahrzeugs: Im Ford SYNC ist es möglich, über Settings → Connectivity → Connected Vehicle Features den Schalter Share Vehicle Data auszuschalten; im iDrive-7-System von BMW kannst du unter CAR → Settings die GPS-Verfolgung ein- und ausschalten.

Wenn du wissen möchtest, was dein Auto sammelt, kannst du mit deiner VIN-Nummer einen Datenschutzbericht für das Fahrzeug anfordern; außerdem veröffentlichen verschiedene Datenschutzprojekte Listen zur Datenerfassung je nach Fahrzeugmodell. Die Ergebnisse der Anfragen kommen in der Regel innerhalb von 45 bis 90 Tagen als CSV- oder PDF-Datei - ja, man muss geduldig sein.

Jetzt zu unserem alten Freund, dem Kompromiss: Das Deaktivieren der Weitergabe kann Funktionen wie Pannenhilfe, Unfallerkennung oder Fernverriegelung kosten. Ein noch gravierenderes Beispiel: Das Ausschalten bestimmter Weitergaben kann, zumindest bei den Fahrzeugen eines Herstellers, dazu führen, dass das Auto künftig unbrauchbar wird. Informiere dich also, bevor du den Schalter betätigst, welche Funktionen deines Autos von welchen Daten abhängen. Es gibt auch einen Anlass zur Verzweiflung: Auf hunderte Anfragen von Menschen, die sich im Rahmen der Datenschutzgesetze verschiedener Länder bei Herstellern nach der Liste der Datene mpfänger erkundigt hatten, hat nicht ein einziger Hersteller geantwortet. Transparenz ist weiterhin Mangelware.

Kann ich mein Auto denn auch ohne Verbindung nutzen?

Teilweise ja. Du kannst die WLAN-Verbindung, die Online-Apps und die Datenteilen-Einstellungen über die Menüs deaktivieren; wenn du dein Smartphone statt bei jeder Fahrt zu koppeln nur bei Bedarf verbindest, verringerst du die im Infotainmentsystem gespeicherten personenbezogenen Daten. Aber bei modernen Fahrzeugen, die über eSIM ständig verbunden sind und ein Telematik-Abo erfordern, wird es zunehmend schwierig, sich vollständig zu verbergen. Bei manchen Modellen sind sogar grundlegende Sicherheitsfunktionen an die Verbindung gekoppelt. Der ausgewogenste Weg ist aus meiner Sicht folgender: Lerne dein Auto kennen, stöbere in den Einstellungen, fülle die Datenschutzformulare aus und entscheide dich bewusst, welcher Komfort welche Daten wert ist. Du sollst dein Auto steuern, nicht deine Daten.

Dich frage ich auch: Hast du dich je gefragt, was dein Auto alles speichert, oder würdest du lieber die Augen verschließen? Lass uns in den Kommentaren darüber sprechen - jeder hat dazu eine Geschichte.

Quellen

  • Your Car May Be Spying On You. Here's How to Get It to Stop. - Consumer Reports
  • How to Figure Out What Your Car Knows About You (and Opt Out of Sharing When You Can) - EFF
  • How Safe Is Your Data in Connected and Autonomous Cars - arXiv
  • Analyzing Privacy Implications of Data Collection in Android Automotive - arXiv
  • Cars & Consumer Data: On Unlawful Collection & Use - FTC
  • Privacy Regulation of Auto Industry to Accelerate in 2026 - Nelson Mullins
  • Your Car Is Sharing Data With Big Tech - Consumer Reports
  • How do I turn off data sharing in my vehicle? - Ford
  • Data Privacy FAQ - BMW USA
  • OTA Car Software Updates: Are They Safe? - Consumer Reports
  • Automotive Privacy - Automotive Innovation Alliance
  • Car Infotainment Privacy: What Your Vehicle Stores (& How to Clear It) - Pacific Driver Education

Kategorie-Redakteur

Lütfi Mete Odabaşı

Lütfi Mete Odabaşı

Ein junger, dynamischer Automobil- und Motorsport-Enthusiast, der gerne forscht und lernt. Mete bereichert unsere Automobil-Nachrichten-, Wissens- und Kulturplattform mit der Perspektive der jungen Generation. Er verfolgt Innovationen in der Automobiltechnik und Entwicklungen im Motorsport aufmerksam und wandelt sein Wissen in informative, gehaltvolle Inhalte für otomobilgi.com um.

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